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Herzlich willkommen auf den Seiten des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen/Hessen!
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Klaus Lötzsch während der Mitgliederversammlung am 18. März 2010. Archivfoto: Georg Wittenberger Nachruf
Der „Kulturpapst" der Stadt Babenhausen ist tot. Der Heimat- und Geschichtsverein trauert um seinen Vorsitzenden Dr. Klaus Lötzsch, der plötzlich und unerwartet am 25. August im Alter von 73 Jahren gestorben ist. Im Jahre 1986 hatte er die Führungsspitze des Heimatvereins übernommen, bis der Tod ihm jetzt das Zepter aus der Hand nahm. Klaus Lötzsch ist es zu verdanken, dass sich in den vergangenen Jahren in Sachen Kultur vieles bewegt hat. Die ehrwürdige Geschichte des alten Grafenstädtchen hat der promovierte Naturwissenschaftler aus der Tiefe des Vergessens hervorgeholt und in seinem Babenhausen wieder bekannt gemacht. Der gebürtige Dresdner hatte das Hanau-lichtenbergische Territorium zu seiner neuen Heimat erkoren und sich mit ihr identifiziert. Er hat der Jahrhunderte alten Beziehung zwischen Buchsweiler und Babenhausen auf seine Art neue Impulse gegeben, die beidseits des Rheins hohe Anerkennung fanden. Beweis für die Art seiner unkomplizierten und doch so erfolgreichen Völkerverständigung ist die Ehrenmedaille der Stadt Buchsweiler, die die Bürgermeisterin Madame Danielle Buchi ihm im Jahre 2004 überreichte. Für Klaus Lötzsch gehörten Schloss und Stadt zusammen, waren eine Einheit in alter Grafentradition. Dies wurde auch deutlich durch die von ihm konzipierte Ausstellung der „Grafen von Hanau-Lichtenberg im Porträt", die nicht nur zuhause großen Anklang fand, sondern auch im Elsass, in Buchsweiler und Brumath sowie im Darmstädter Landratsamt. Erstmals waren die Grafen und ihre Frauen in chronologischer Reihenfolge vollständig abgebildet. Das Schloss hat dem „Kulturpapst" aber noch mehr Anregungen gegeben. Als Mit-Organisator der Art-Tage ist es ihm gelungen, den Blick für Kunst und Kultur zu öffnen und ein Rennomee weit über die Grenzen des Kreises hinaus zu schaffen. Über die Beziehungen zum Hanauerland im Elsass hinaus hat Klaus Lötzsch auch die geschichtliche Tradition zu Babenhausen/Schwaben gepflegt und war ein persönlicher Freund des Fürsten Fugger. In Lichtentanne hat er, dem Babenhäuser Vorbild folgend, einen Geschichtsverein mit angestoßen und so seinen Landsleute in den neuen Bundesländern einen Blick in die spannende Vergangenheit vermittelt. Der Lohn der Bemühungen war die ihm verliehene Ehrenmitgliedschaft. Die heute schon zur Selbstverständlichkeit gehörenden Stadtführungen in Babenhausen sind ein lebender Beweis dafür – zumal Klaus Lötzsch selbst mit Begeisterung Stadtführer war –, dass es mit seinem Heimat- und Geschichtsverein und den inzwischen knapp 400 Mitgliedern gelungen ist, Vergangenheit und Gegenwart so zu verknüpfen, dass „wir stolz sind, in einer alten Residenzstadt mit einem modernen Anstrich zu leben". Mit dazu beigetragen hat auch die umfangreiche Schriftenreihe des Vereins. Hier sprühte er nur so vor Ideen, die Liste der aufgearbeiteten Projekte ist lang. Sehr oft hat er selbst zur Feder gegriffen und schwierige Themen verständlich aufbereitet. Ehrungen für seine ehrenamtlichen kulturellen Aktivitäten sind ihm in größerer Anzahl zuteil geworden. Erwähnt werden soll stellvertretend die ihm am 16. Dezember 2009 verliehene silberne Ehrenplakette der Stadt Babenhausen. Die Initiative dazu war aus den Reihen seines Heimatvereins gekommen. Mit Herzblut hat Klaus Lötzsch seit vielen Jahren die Idee eines Museums für Babenhausen verfolgt. Für ihn war es eine Schande, dass diese Stadt mit ihrer Geschichte keinen diesbezüglichen Erinnerungspunkt hat. Da gab es plötzlich vor wenigen Monaten Bewegung in der anscheinend aussichtslosen Sache. Ein altes Amtshaus wurde von einem Bürger Babenhausens angekauft und einer gemeinnützigen Stiftung übertragen mit dem Ziel, nach der Sanierung ein Territorialmuseum einzurichten. Mit Begeisterung hat Lötzsch das Angebot, seinen Sachverstand einzubringen, angenommen. Seine Mitstreiter haben sich vorgenommen, dieses Projekt auch im Sinne von Klaus Lötzsch zu Ende zu bringen. Georg Wittenberger
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© 2010 Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen e.V. |
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