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Vereinsstand beim "H + H Forum" des Gewerbevereins 3. und 4. April 2004  
 

 Stand des Heimat- und Geschichtsvereins anlässlich der Gewerbeschau zum Ostermarkt 2004  

In Rohren aus Ton und Holz rauschte Wasser fürs Schloss

Heimat- und Geschichtsverein zeigte Exponate aus Naturmaterial

Babenhausen (pg) „Holz wurde früher ja für fast alles gebraucht, zum Heizen, für Werkzeuge, um Häuser zu bauen. Außerdem war der Wald auch ein Futterplatz für die Schweine", sagte Ine Reichart, die stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, die für den Vereinsstand beim „H + H Forum" des Gewerbevereins wieder eine interessante kleine Ausstellung zusammengestellt hatte.

Unter dem Titel „Holz: Vom Kinderstuhl zum Dachstuhl" zeigte sie in der Stadthalle zum einen verschiedenen Werkzeuge aus dem Naturmaterial, darunter eine komplett hölzerne Schraubzwinge und verschiedene Hobel, wie einen Vierhandhobel, einen Profil- und Rundhobel, Bohrer, wie der sogenannte Schneckenbohrer und die Brustleier waren auch ausgestellt.

   v.l.: Ine Reichart (2. Vorsitzende) und Dagmar Tormählen-Roth am Stand der Holzwerkzeuge 

Diese Werkzeuge bestanden nicht nur aus Holz, es wurde auch mit ihnen bearbeitet. Daneben sah man verschiedene hölzerne Gebrauchsgegenstände – vor allem aus der Küche. Das älteste Exponat war rund 150 Jahre alt. Die meisten der gezeigten Gegenstände sind heute aus Plastik oder Metall.

Karte mit Verlauf der Wasserleitung und Rohre derselben  

Holz als Material spielte auch bei der zweiten Ausstellung des Vereins eine Rolle, wenn auch nicht die wichtigste. Denn aus Holz war nur der kleinere Teil der alten Wasserrohre, die zu einer 1717 gebauten Wasserleitung von Schlierbach nach Babenhausen gehörten. Der Wassermeister Karl Reiling aus Babenhausen hatte sie vor einigen Jahren bei Erdarbeiten zum Verlegen neuer Wasserrohre zwischen Schlierbach und Langstadt gefunden.

Neben diesen 1000 Holzrohren gehören auch 10400 Tonrohr zu der insgesamt sechs Kilometer langen Strecke, die im Osten an Langstadt vorbei führte und die Ohlebach und die Schlossgräben unterquerte. Einige dieser irdenen und der Holzrohre hatte Reiling dem Verein zur Präsentation geschenkt, beim „H + H Forum" waren auch sie zu bewundern.

„Die Wasserleitung wurde auf Anordnung des letzten Hanauer Grafen, Graf Johann Reinhard III (1688 bis 1736), gebaut", erläuterte Dr. Klaus Lötzsch, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, den Besuchern m Stand. Der Grund für diese Baumaßnahme war, dass der Ziehbrunnen im Schloss zu Beginn des 18. Jahrhunderts nur noch eine trübe Brühe voller Ungeziefer geliefert habe. Also sollte eine gute Quelle in Schlierbach für Abhilfe sorgen. Nach zwei Jahren Bauzeit schließlich sprudelte frisches Wasser aus dem Hirschbrunnen im Schlosshof.

 

Rohre der Wasserleitung  und Aufschnitte der Rohre